KKV Viersen setzt starke Zeichen der Solidarität
Viersen. Die tiefen Wurzeln des bürgerschaftlichen Engagements in Viersen lassen sich oft an Orten finden, die durch Beständigkeit und Bodenständigkeit bestechen. Einer dieser Orte ist das Restaurant „Zur Eisernen Hand“, das im März erneut zum Schauplatz einer Zeremonie wurde, die weit über den Charakter eines bloßen Vereinstreffens hinausgeht. Seit über zwanzig Jahren pflegt der KKV Viersen eine Tradition, die beispielhaft für gelebte christliche Werte steht: die Auswahl und Begleitung eines jährlichen Partnerprojekts.
„Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir als KKV Viersen seit über zwei Jahrzehnten diese Brücke der Solidarität in unserer Stadt bauen“, betonte der Vorsitzende Thomas Neef in seiner Ansprache vor den zahlreich erschienenen Mitgliedern. „Unsere Auswahl fällt bewusst auf Projekte in der unmittelbaren Nachbarschaft, um die Verbundenheit vor Ort zu stärken und dort zu helfen, wo die Hilfe direkt bei den Menschen ankommt.“
Ein würdiger Abschied: 1600 Euro für den Hospizgarten
In einem feierlichen Rahmen wurde beim traditionellen Benefizessen – bei dem die Gäste wie gewohnt zwischen klassischem Grünkohl mit Mettwurst oder Kartoffelsalat mit Würstchen wählen konnten – das bisherige Partnerprojekt verabschiedet. Das Hospiz „Haus Franz“ aus Viersen-Dülken darf sich über eine beachtliche Spendensumme von gut 1600 Euro freuen.
Dieser Betrag ist zweckgebunden für eine Herzensangelegenheit der Einrichtung: die Verschönerung der Gartenanlage. „Die Arbeit im Haus Franz verdient unseren höchsten Respekt“, erklärte Neef während der Scheckübergabe. „Ein Hospiz ist ein Haus zum Leben bis zuletzt. Dass wir mit diesem Erlös dazu beitragen können, den Garten in eine barrierefreie Oase der Ruhe zu verwandeln, freut uns als Gemeinschaft zutiefst.“ Der geplante Hospizgarten soll Gästen und Angehörigen künftig Raum für Trost und Besinnung im Grünen bieten.
Inklusion von Anfang an: Das neue Projekt St. Clemens
Nach dem Abschied richtete der KKV seinen Blick nach vorn. Als neues Partnerprojekt für die kommenden zwölf Monate wurde das integrative Familienzentrum St. Clemens aus Viersen-Süchteln vorgestellt. Unter der Trägerschaft des Caritasverbandes leistet die Einrichtung Pionierarbeit: Hier werden Kinder mit und ohne Entwicklungsstörungen gemeinsam gefördert und betreut.
„Inklusion darf kein bloßes Schlagwort bleiben, sie muss im Alltag unserer Kinder ankommen“, so Thomas Neef über die Wahl des neuen Projekts. Dagmar Engels, die Leiterin des Zentrums, machte den Anwesenden das Konzept des Hauses anschaulich. Der erwartete Spendenerlös des KKV soll im kommenden Jahr für spezielles pädagogisches Spielzeug verwendet werden. Anhand von Prospekten zeigte Frau Engels auf, wie wichtig gezielte Fördermaterialien sind, um die Selbstständigkeit und die Sinne der Kinder spielerisch zu schärfen. „Wir wollen dazu beitragen, dass jedes Kind in Süchteln – unabhängig von seinen Startbedingungen – die bestmögliche Förderung erfährt“, ergänzte Neef.
Ein Jahr im Zeichen der Gemeinschaft
Die stellvertretende Vorsitzende Doris Glittenberg und Thomas Neef betonten die Bedeutung der Kontinuität in der Vorstandsarbeit. Durch die enge Verzahnung des KKV mit sozialen Trägern wie der Caritas – Neef engagiert sich zudem aktiv im Caritasrat – wird sichergestellt, dass die Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden.
Für die Mitglieder des KKV beginnt nun ein neues Arbeitsjahr, in dem bei rund zwanzig Veranstaltungen wieder eifrig für das neue Projekt gesammelt wird. So schließt sich der Kreis der Solidarität: Während das vergangene Jahr im Zeichen der Würde am Lebensende stand, widmet sich der Verband nun der Förderung der Kleinsten und der Vision einer inklusiven Gesellschaft.

